Sony DSC-RX100 gegen FujiFilm X10

Die Digitalkamera hat mittlerweile einen festen Platz in jedem Haushalt. Für welche Marke und welches Modell man sich dabei entscheidet hängt von unglaublich vielen Faktoren ab. Viele werden sich auch einfach nach 15 Minuten probieren im Laden ein Gerät mitnehmen. Für mich fällt eine Entscheidung sehr schwer, aber schnell hatte ich den Kreis der Kandidaten auf zwei Modelle eingegrenzt. Die Sony DSC-RX100 und die FujiFilm X10. Beide zählen zu den hochpreisigen Kompaktkameras für Foto-Enthusiasten, also zwischen 100 Euro Knipse und Systemkamera.

Größenvergleich Fuji X10 und Sony RX100

Größenvergleich Fuji X10 und Sony RX100

Für einige Stunden konnte ich die beiden hochklassigen Kompaktkameras testen. Am Ende des Tests gibt es ein Fazit und eine persönliche Entscheidung!

Sony DSC-RX100

Sony DSC-RX100

Anfangs sah ich die Kompaktheit der Kamera als wichtigstes Kriterium, da ich bereits über sehr hochwertige, aber auch sehr große und schwere Kameras verfüge. Schnell findet man sich dann bei der Sony DSC RX100 wieder. Viele Berichte in Fachzeitschriften und im Internet heben sie als beste Kompaktkamera hervor. Auf die Auflistung der beeindruckenden Leistungsdaten verzichte ich an der Stelle. Ich habe gelernt, dass die Anzahl der Megapixel nicht das entscheidende Qualitätsmerkmal sein dürfen.

FujiFilm X10

FujiFilm X10

Hinteransicht Fuji X10 und Sony RX100

Hinteransicht Fuji X10 und Sony RX100

Die Fujifilm X10 ist mir durch ihr Retrodesign und einige untypische Merkmale am Gehäuse ins Auge gestochen. Diese subjektiv als äußerst beeindruckend empfundenen Dinge, die auf einem Datenblatt erst ganz unten zu finden sind, ließen mich das Gerät genauer unter die Lupe nehmen. So hat die X10 neben dem für die meisten Kameras typischen Moduswahlrad auch ein während der Aufnahme zu bedienbares Rädchen zum Einstellen der Belichtungskorrektur um 2 Blenden nach oben und 2 Blenden nach unten. Genauso grandios ist das manuell einstellbare Zoomobjektiv. Ein Dreh auf die Weitwinkeleinstellung 28mm und die Kamera startet, Betriebsbereit in einem Augenblick! Der Dreh von Weitwinkel auf 112mm Tele ist nur eine viertel Drehung entfernt, schneller geht es nicht. Der Fokus lässt sich in drei Modi unterteilt auf der Vorderseite des Gehäuses verstellen. Eine manuelle Korrektur des Fokus läuft per hinterem Einstellrad (Rad Nr. 3) und mit „Lupenfunktion“ auf dem Display. Einzigartig für diese Kompaktklasse.

Draufsicht Fuji X10 und Sony RX100

Draufsicht Fuji X10 und Sony RX100

Die Bauart der Fuji ist sehr robust, „like a tank“. Dafür nervt aber die Abdeckung der Frontlinse, keine Ahnung warum die nicht zumindest mit einer Schnur zu befestigen ist… Das Vorhandensein des optischen Suchers hat mich schwer beeindruckt, aber im praktischen Gebrauch ist er nicht so nützlich wie vermutet. Zum einen durch die teilweise Verdeckung des Bildes durch das Objektiv in Weitwinkelstellung, zum Anderen durch die schlechte Abdeckung des Sucherbildes (ca. 85%?).

optischer Sucher der Fuji X10

optischer Sucher der Fuji X10

Als Herausragendes Feature der Sony DSC-RX100 ist der Blitz zu nennen. Dieser kann bei Bedarf und Vorhandensein einer weißen Zimmerdecke manuell z.B. mit dem Zeigefinger nach oben gekippt werden. Das kann für einige Schnappschüsse äußerst nützlich sein und für ein großes Plus an Bildqualität sorgen.

Zeiss Objektiv der Sony RX100

Zeiss Objektiv der Sony RX100

Das Zeiss Objektiv der Sony ist sicher außerordentlich gut. Leider ist am Tele-Ende des Zoombereichs lediglich noch Blende 4.9 möglich, was die ISO-Werte schnell nach oben treibt. Nichtsdestotrotz ist das durch den sehr großen Sensor der RX100 und der guten Rauschminderung kein großes Problem. Das Objektiv der Fuji X10 ist allerdings eine ganze Ecke besser und auch am langen Ende mit f 2.8 noch sehr Lichtstark! Das Bokeh (Hintergrundschärfe) zum Beispiel bei Portraits ist sehr gut!

Meine Entscheidung:
Ich behalte die Fujifilm X10! Sie ist schlicht und ergreifend sympathischer. Wenngleich erst auf den zweiten Blick. Der kleine „Ausritt“ machte mehr Spaß, der Auslöser hat zwei (!) schön knackige Druckpunkte, der manuelle Zoom macht Freude und letztendlich sind die jpgs aus der Kamera voller Details und bis ISO 1600 quasi rauschfrei. Die Videofunktion war bei beiden Kameras vorhanden und die Ergebnisse sahen bei der Sony deutlich besser aus. Allerdings spielt das für mich keine Rolle, die Fuji ist dafür immerhin 150 Euro günstiger (Sony ca. 549 Euro, Fuji ca 399 Euro). Ein Punkt den ich ganz am Ende zu schätzen gelernt habe: Der Zubehörschuh de Fuji ermöglicht mir bei Bedarf den Einsatz von vorhandenem Equipment, wie z.B. einem externen Blitz mit Mittenkontakt (manuell gesteuert).

Zum Abschluss meines Eindrucks der beiden Kameras noch je eine kleine Galerie mit „real-life“ Beispiel Fotos. Das Einstellen der Originale war leider nicht möglich. Die Fotos sind allesamt auf 1920 Pixel an der langen Seite skaliert.

Fujifilm X10

Sony DSC-RX100